Die Schlingnatter oder auch Glattnatter (aufgrund ihrer glatten ungekielten Schuppen) genannt, ist zweifelsfrei die am schwersten zu findende Schlangenart in Baden-Württemberg. Dennoch ist sie in fast der gesamten Region verbreitet. Sie wird meist rund 50cm-60cm lang, in Ausnahmefällen bis zu 80cm und kommt meist mit einer bräunlich-gräulichen Farbe daher. In einigen Fällen können die Tiere auch eine rötliche Farbe zeigen, auch Schwärzlinge sind bereits dokumentiert worden. Ihr Zeichnungsmuster sind oftmals paarweise angeordnete Flecken entlang des Rückenbandes, kann aber auch in einzelnen Populationen zu zwei Strichen verschmelzen. Häufig wird sie von Leuten ohne entsprechende Artkenntnis fälschlicherweise als Kreuzotter identifiziert, obwohl hier für einen Artenkenner 3 wesentliche Unterscheidungsmerkmale vorhanden sind: Körperform (schlanker, länglicher Körper, wenig abgesetzter Kopf), Auge (runde Pupille, Vipern haben in der Regel senkrechte Pupillen) sowie Muster (Schlingnattern haben meist Flecken oder Linien als Muster, Kreuzottern meist ein deutliches Zick-Zack-Band, oder sind komplett schwarz).

Schlingnattern erwachen meist relativ spät aus der Winterruhe. So findet man die ersten Tiere meist erst gegen April bis Mai. Die Tatsache, dass die Tiere so schwer zu finden sind, liegt in ihrer versteckten Lebensweise. Schlingnattern sind sehr wärmeliebende Tiere, allerdings findet man sie meist nur bei sehr schlechtem Wetter offen sonnend. Meist wärmen sich die Tiere lieber unter flachen Steinen, Müll, einer deckenden Grasschicht oder in engen, nicht einsehbaren Spalten auf. Nach der Paarung bringen Schlingnattern meist gegen August/September lebendige Jungtiere zur Welt.

Schlingnattern sind Reptilienjäger, so ist die Hauptbeute, neben anderen Schlangenarten bis hin zu Artgenossen, Eidechsen in allen Arten und Formen.

Gefahren sind in der Natur vor allem Raubvögel, aber auch Fuchs, Hermelin, und der Iltis.

Quellen:
Laufer, Fritz, Sowig (2007), Die Amphibien und Reptilien Baden-Württembergs, Stuttgart
Kreiner (2007), Schlangen Europas, 1. Aufl., Frankfurt am Main

Text: A. Schmid (2020)

Wann ist sie aktiv?

Lebensraum

Verbreitung in Baden-Württemberg

Jungtiere

Adulttiere